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Malteser Heilbronn

Rettungshundestaffel

Rettungshundestaffel

Die Malteser Rettungshundestaffel Bad Wimpfen wurde im Jahr 2016 gegründet. Die Staffel hat derzeit 16 Mitglieder und 16 Hunde in Ausbildung.

Unsere Hunde

Balu (Mantrailer in Ausbildung)

Dr. Watson (geprüfter Mantrailer)

Kosyma (geprüfter Mantrailer)

Merlin (Mantrailer in Ausbildung)

Muck (geprüfter Flächensuchhund)

Murphy (geprüfter Flächensuchhund)

Ronja (Mantrailer in Ausbildung)

Socke (Mantrailer in Ausbildung) und Picco

Sammy (Flächensuchhund in Ausbildung)

Ausbildung

Allgemein

Auch die modernste Technik bei der Ortung vermisster Personen kann die Hunde nicht ersetzen. Sie finden Lawinenopfer unter meterhohem Schnee, spüren Verschüttete in Trümmern auf, durchsuchen große Gebiete nach Vermissten und verfolgen die Spur einer Person. Für jede dieser Aufgaben ist eine intensive Ausbildung erforderlich, welche auf jedes Rettungshundeteam individuell angepaßt werden muss.

Eine der häufigsten Fragen, die wir gestellt bekommen, lautet: "Welche Rasse ist für die Rettungshundearbeit geeignet?". Wenn man sich die Hunde in den Rettungshundestaffeln anschaut, dann stellt man fest, dass fast alle Rassen und viele unterschiedliche Mischlinge vertreten sind. Es sind (fast) alle Hunde geeignet, wenn die Tiere gesund und belastbar sind, Ausdauer mitbringen und natürlich Spaß an der Arbeit haben.

Jeder Hund muss vor Beginn der Ausbildung einen Eignungstest absolvieren, um festzustellen, ob der Hund alle Voraussetzungen für die Rettungshundearbeit erfüllt.

Eignungstest

Der angehende Rettungshund muss zeigen, wie er sich in unterschiedlichen Situationen verhält. Hierbei wird unter anderem getestet, wie sich der Hund im Kontakt mit anderen Hunden und fremden Menschen verhält. Der Hund muss auch zeigen, wie er auf unangenehme Untergründe (z.B. Gitterrost), akustische Einflüsse (z.B. Lärm durch Motorsägen oder hupende Autos) oder optische Reize (z.B. Feuer oder flatternde Planen) reagiert.
Ein Rettungshund muss ein sicheres, unbefangenes und unerschrockenes Verhalten zeigen.

Ausbildungssparten

Je nach Art des Einsatzorts kann eine andere Suchtaktik erforderlich sein und es kommen Hunde aus unterschiedlichen Spezialbereichen zum Einsatz:

 

  • Flächensuche (für große Waldgebiete und unwegsames Gelände)
  • Mantrailing (für Stadtgebiete)
  • Trümmersuche (für eingestürzte Gebäude oder Erdbebengebiete)
  • Lawinensuche
  • Ertrunkenensuche (für die Suche nach Menschen unter Wasser)

Wir bilden zur Zeit Rettungshundeteams im Bereich Flächensuche und Mantrailing aus.

Die Ausbildung zum geprüften Rettungshundeteam dauert ca. 2 Jahre.

Jedes Mitglied in der Rettungshundestaffel ist Mitglied im Malteser Hilfsdienst e.V. und muss zunächst die Helfergrundausbildung absolvieren. Danach folgt die Fachausbildung im Bereich Rettungshundearbeit.

Wir trainieren mindestens zweimal pro Woche an unterschiedlichen Orten im Landkreis Heilbronn und angrenzenden Bereichen, in der Regel draußen im Gelände. Es wird bei jedem Wetter trainiert. Zusätzlich finden auch Theorieveranstaltungen (z.B. Karte-Kompass) und Theorie-Praxis-Abende (z.B. Erste Hilfe am Hund, Fallbeispiele Erste Hilfe Mensch) statt.

In der Suchausbildung wird das Team geformt. Mensch und Hund müssen einander vertrauen und zusammenarbeiten. Der Hundeführer lernt seinen Hund zu lesen und die örtlichen Gegebenheiten richtig einzuschätzen, der Hund lernt ein Gebiet systematisch abzusuchen, bzw. die Spur zu verfolgen und sich ggfs. gegen den Hundeführer durchzusetzen, wenn er auf dem richtigen Weg ist. Die Grundausbildung der Hunde in Gehorsam und Sozialverträglichkeit wird im Rahmen des Trainings vermittelt, muss aber vom Hundeführer eigenverantwortlich geübt werden.

Es ist sehr wichtig, dass eine enge Bindung zwischen Hundeführer und Hund besteht. Unsere Rettungshunde leben daher nicht im Zwinger, sondern eng mit ihren Menschen zusammen.

Helfergrundausbildung

Diese Ausbildungen erhalten alle Mitglieder des Malteser Hilfsdienst e.V.

Die Helfergrundausbildung besteht aus:

  • Maltesertag
  • Erste-Hilfe-Kurs (Voraussetzung für Notfallhelferausbildung)
  • Notfallhelferausbildung

Diese Seminare werden vom Malteser Schule Baden-Württemberg veranstaltet.

Die Fachausbildung umfaßt die Themen:

  • Kynologie
  • Erste Hilfe am Hund
  • Orientierung und Kartenarbeit
  • BOS Funklehrgang
  • Einsatztaktik
  • Sicherheit im Einsatz
  • Trümmerkunde (nur bei Trümmerausbildung)

Diese Fachthemen werden regelmäßig aufgefrischt.

Flächensuche

Die am häufigsten angewendete Suchform bei der Vermissten-Suche ist die Flächensuche. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn keine oder nur ungenaue Informationen über den letzten Aufenthaltsort oder das Ziel einer vermissten Person vorliegen und ein großes unübersichtliches Gebiet abgesucht werden muss. Bei dieser Suchart werden oft mehrere Staffeln mit sehr vielen Rettungshundeteams gleichzeitig eingesetzt. Der Hund sucht frei laufend mit hoher Nase im Gelände nach menschlichem Geruch. Findet der Hund eine Person, so meldet er dies seinem Hundeführer.

Die meisten unserer Hunde zeigen einen Fund durch "verbellen" an. Dies bedeutet, dass der Hund bei der gefundenen Person bleibt und so lange bellt bis der Hundeführer bei ihm ist.

Ein paar unserer Hunde werden als "Rückverweiser" ausgebildet. Bei dieser Anzeigeart kehrt der Hund zu seinem Hundeführer zurück und zeigt durch Anspringen oder Vorsitzen den Fund an. Danach führt der Hund den Hundeführer zum Fundort.

Eine weitere Anzeigeform ist das "Bringseln". Hierbei nimmt der Hund einen am Halsband befestigten Gegenstand in den Fang und kehrt zum Hundeführer zurück. Danach führt er den Hundeführer zum Fundort. Das "Bringseln" findet derzeit in unserer Staffel keine Anwendung.

Prüfung

Nach ca. 2 Jahren absolviert das Hundeteam die Rettungshundeprüfung, welche alle 24 Monate wiederholt werden muss. Die Prüfung besteht aus mehreren Teilen:

  • Fachfragenprüfung
    Der Hundeführer muß Fragen aus verschiedenen Fachgebieten schriftlich beantworten (z.B. "Erste Hilfe", Kynologie, Orientierung und Kartenarbeit).
  • Verweisprüfung
  • Gehorsamsprüfung
  • Flächensuchprüfung
    In einem Waldgebiet (30.000 qm) werden 1 - 2 Personen versteckt. Das Hundeteam muss innerhalb von 20 Minuten alle versteckten Personen finden. Der Hundeführer muss zusätzlich die Erstversorgung der Personen vornehmen

Wenn ein Prüfungsteil nicht bestanden wird, so müssen bei einer Wiederholung erneut alle Prüfungsteile bestanden werden.

Mantrailing

Wenn der letzte Aufenthaltsort einer vermissten Person bekannt ist, dann kommen häufig die Mantrailer zum Einsatz. Hierbei ist es erforderlich, dass ein Geruchsträger (z.B. ein Kleidungsstück) der vermissten Person zur Verfügung steht.

Der Hund sucht an der Leine und arbeitet die Spur aus. Das Haupteinsatzgebiet ist der bebaute und asphaltierte Bereich. Diese Suchform ist nicht mit der Fährtensuche vergleichbar.

Wenn der Hund die Person gefunden hat, so zeigt er dies seinem Hundeführer an (z.B. durch Vorsitzen). Der Hund zeigt seinem Hundeführer auch an, wenn die Spur endet. Das Ende der Spur kann beispielsweise an einer Haltestelle sein, an welcher die vermisste Person in öffentliche Verkehrsmittel eingestiegen ist.

Prüfung

Nach ca. 2 Jahren absolviert das Hundeteam die Rettungshundeprüfung, welche alle 24 Monate wiederholt werden muss. Die Prüfung besteht aus 2 Teilen, welche das Rettungshundeteam bestehen muss:

  • Shorttrail mit Negativ oder nur Negativ
    Der Hundeführer bekommt einen Geruchsträger und wird an einen Ort geführt, an dem eine Person zuletzt gesehen worden sein soll. Dabei weiß der Hundeführer nicht, ob sich die Person dort wirklich aufgehalten hat. Wenn die Person dort nicht war, so muss der Hund dies anzeigen (Negativ). Sollte die Person dort gewesen sein, so muss der Hund die Spur bis zum Ende verfolgen. Dieses Ende ist jedoch ein Punkt, an dem die Person in ein Fahrzeug gestiegen ist und weggefahren ist (Shorttrail mit Negativ).
  • Longtrail
    Der Hundeführer bekommt einen Geruchsträger und wird in die Nähe von dem Ort geführt, an dem die Person zuletzt gesehen wurde.
    Das Hundeteam muss die Spur verfolgen. Die Spur ist ca. 1,5 km lang (Stufe 1) bzw. 2,5 km (Stufe 2) und führt durch Ort und Natur. Der Hundeführer muss zusätzlich die Erstversorgung der Personen vornehmen.

Weitere Informationen

Haben Sie Fragen zur Rettungshundearbeit? Sprechen Sie uns an.

Michaela Bannier
Leiterin Rettungshundestaffel
E-Mail senden

Thomas Langhans
stv. Leiter Rettungshundestaffel
E-Mail senden
Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE64370601931201219325  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7